Die Geheimnisse der Männer-Wohngemeinschaft


Nun, das ist jetzt vorerst mal die letzte Seite. Den nachfolgenden Text habe ich irgendwann im Jahre '99 in einer Zeitschrift für Frauen entdeckt, ich meine, es wäre die Cosmopolitan gewesen, bin mir aber nicht mehr sicher. Ich bitte die Verfasserin zu verzeihen, dass ich diesen Text einfach ohne vorheriges Befragen zur Verfügung stelle, ich hoffe mir wird vergeben wenn ich sage, dass ich diesen Text für so gut geschrieben erachte, dass ich ihn auf keinen Fall meinen Geschlechtsgenossinen vorenthalten möchte!!!
In diesem Sinne viel Spass beim Lesen...

 


Frauen haben endgültig die Nase voll von Gockeln, Platzhirschen und Schmalzdackeln. Wie eine Komödie aus den USA so nett empfiehlt:
Nehmt Rache an den Mackern!

Der Herr versammelte drei Männer um sich und sprach: Sagt mir, was eure grössten Ängste sind, und ich werde euch Hilfe gewähren. Da hub der erste Mann an zu klagen: Herr, mir macht das Versagen Sorge, wenn ich beim Weibe schlafe! Kannst du mir helfen, dass ich dennoch Freude habe am Dasein? Das will ich gerne tun, sprach der Herr, und siehe, die Sportwägelchen-Industrie ward geschaffen.

 

Also brausen sie! Je schneller je lieber! Bügeln, ohne mit der Wimper zu zucken, Kleintiere auf die Autobahn, aber fangen vor Rührung an zu plärren, wenn ihre Elf durch die Nationalhymne eiert. Holen sich eine Blasenentzündung vom Offen-Fahren und tragen dafür Socken im Bett. Stürzen sich brüllend an Gummiseilen vom Fernsehturm, streiten sich mit dem Hund um den schönsten Pinkelbaum und wechseln selbst mit dem besten Freund selten kompliziertere Sätze als: "Pils?"

 

Was ist bloss von einem Geschlecht zu halten, dessen ganzes Gehirn nebst zwei Schwellkörpern in einen so kleinen Körperfortsatz passt? (18 Zentimenter, behaupten Männer; 12, korrigiert die Frau). Ein Geschlecht, das den Gummifetischismus und den Gartengrill erfunden hat? Das Oliver Kahn verehrt und einen Herzkasper bekommt, wenn man seine nach Alphabet, Chronologie und Länderpunkten geordnete Plattensammlung durcheinanderbringt?

 

Ach, es herrscht Not am Mann. Das meiste klappt besser ohne ihn; vor allem ohne seine Kommentare. Selbst die duldsamen Mütter, die ihre Kerle durchs Studium gefüttert und ihnen 20 Jahre lang die Steigbügel gehalten haben, haben die Nase voll, wenn sie von ihren grauen Gockeln, denen mehr Haare aus den Ohren wachsen als auf dem Gewölbe dazwischen, verlassen werden wegen langbeiniger Jagdtrophäen. Und die Alten ahnen nicht, dass gerade diese junge Frau sich mit ihren Freundinnen totlacht über Männerwitze: Sagt ein Mann zu Hause, dass er zum Arzt eine Urin-, Stuhl- und Spermaprobe mitbringen muss. Sagt die Frau: Nimm doch deine braune Cordhose.

 

Da hub der zweite Mann an zu klagen: Herr, mir graut vor Verantwortung! Lass mich nie erwachsen werden! Schon geschehen, erwiderte der Herr und gab dem Manne Inline-Skates und den Netscape-Navigator.

 

Für Reisen in südeuropäische oder islamische Länder sind Männer durchaus empfehlenswert. Oder als Begleitung nachts auf den Strassen, als Schutz vor anderen Männern. Aber Schluss muss sein mit diesen wichtigtuerischen "Internet-Konferenzen", bei denen Mann in Wahrheit bloss dem Aufbau der Pamela-Anderson-Homepage entgegenfiebert. Sofort zurück ins Internet!

 

Und ihr, die 400 Mark für Knie- und Schädelschoner ausgebt, damit ihr den Ausflug auf den 300-Mark-Rollschuhen überlebt: Sofort zurück in den Kindergarten! Und nehmt die gleich mit, die man nicht alleine zum Kleiderkauf lassen darf, weil sie den plumpsten Schmeicheleien erliegen ("Grosse Karos machen schlank").

 

Keine Geduld mehr mit den Softys, die nicht an Fischgeschäften vorbeigehen können, ohne dass der Anblick zappelnder Aale sie für den Rest des Tages melancholisch macht. Die erst noch "ihr Leben in Ordnung bringen wollen", ehe sie den Müll runtertragen.

 

Keine Geduld mehr mit den Heuchlern, denen man die Rechtschreibfehler aus den Briefen filzt und die einem zum Dank in der Kantine "mal 'ne horizontale Mittagspause" vorschlagen. Das ist dann einer mit Trichterbrust und Achselschweiss, aber ungetrübtem Selbstbewusstsein. ICH BIN EIN MANN. Am liebsten würde die Frau ihm ein Deo auf den Schreibtisch stellen, aber sowas tut man ja nicht. ICH BIN EINE FRAU.

 

Daran fühlt sich peinvoll jede erinnert, die mit eingezogenem Bauch und gradem Rücken (damit der Busen höher sitzt) eine gemischte Sauna betritt. Da spreizt sich der bewampte Gockel, dessen Männlichkeit der Schwerkraft erlegen ist und dessen drittes Kinn nahtlos in den Birnensackkörper übergeht, als habe der liebe Herrgott diese Pracht eigenhändig gemeisselt.

 

Und dann dieser ewige Phallus-Wahn. Von Salatgurken über Sukkulenten bis hin zur Challenger gemahnt sie alles Längliche an ihren Priapus. Rufen Frauen etwa beim Anblick eines jeden Donut kokett: Schatzi, an was erinnert dich das? Und neidisch? Glauben Männer allen Ernstes, Frauen wünschten sich einen Nacktmull an den Körper, der jeder Hose den Sitz verdirbt und manchmal seitlich aus Shorts baumelt, als wäre ihm auch schon schlecht?

 

Demütig, also erträglich, macht den Mann nur die Angst. Die nackte Panik vor Chefinnen (der endgültige Karriereknick oder: Mutti ist wieder da) und vor bösen Mädchen, die sie beim ersten nicht gelieferten Orgasmus vor die Tür setzen. Vor Frauen, die nach dem Motto leben: Lieber einen guten Film als schlechten Sex ("Wie fandest du's?" - "Oh, Liebling, du hast schon angefangen?").

 

Aber es ward des Jammerns und Klagens kein Ende, als der dritte Mann zu sprechen begann. Ich fürchte das Weib, das nicht schweigt in der Gemeinde, so weinte er. Das Weib macht Geld und Karriere und braucht uns nicht mal mehr zum Dübeln! Was, o Herr, machen wir bloss?
Da erhob sich eine weibliche Stimme aus den Himmeln und sprach: Hört der Herr vielleicht mal auf mit dem Quatsch und kommt gefälligst nach Hause?

 

Der amerikanische "Esquire", Kummerkasten des von der Evolution mit Spermieninsuffizienz geschlagenen und von Hardcore-Feministinnen in die innere Ejakulation getriebenen Mannes, bestätigt in seiner neuesten Ausgabe, dass Frauen sich wohler fühlen, wenn sie ihre klassischen Weibchen- gegen Männchen-Tugenden tauschen. Also Aggressivität und Dominanzverhalten zeigen statt Unterwerfung.

 

Für das Männchen bedeutet das: Es muss sich nicht nur vor anderen Männchen beweisen, sondern, puh, auch vor der eigenen Frau. Denn die Aufstrebende Frau braucht den Neuen Mann: einen, der familientauglich ist, der die Kinder nicht ver-, sondern umsorgt, nicht den Unterhalt liefert, sondern Unterhaltung. Weia. Was macht das Männchen? Schlapp.

 

Die meisten Männer finden es abtörnend, wenn die Ehefrau erfolgreicher ist als sie selbst. Was bleibt frau? Den Gehaltszettel verstecken. Oder eine schöne Handarbeit für die sexfreien Monatsersten beginnen. Im schlimmsten Fall erleiden die entthronten Paschas "Koro" - so nennen Japaner die Angst, der Penis könne in den Körper schrumpfen. Warum freuen sich Männer nicht über die Karrieren ihrer Frauen? Weil es jetzt gar keinen Bereich mehr gibt, in dem sie gockeln können. Denn zu Hause herrschte schon immer das Weib. Wie sagt Woody Allen: "Ich bin der Boss. Sie trifft die Entscheidungen." Für's Einschmeicheln ist es nun zu spät: Vor die Wahl gestellt, ob der Partner mehr im Haushalt helfen soll oder ob sie lieber ein neues Haushaltsgerät möchte, wählt die Mehrheit der befragten Frauen das Gerät.
Arme Männer. Schnell eine Koro-Gruppe gründen!

 

Natürlich gibt es sexuelle Räusche, die nur mit Männern möglich sind. Welche Frau erinnert sich nicht gern an damals, als sie ihn nur zu sehen brauchte, um vor Lust und Liebe hinzuschmelzen? Wer die erotische Befindlichkeit eines langjährigen Paares erfahren möchte, braucht nur an der Ampel ins Auto nebenan zu schauen. Sie: glotzt. Er: stiert. Sie: Grün. Er: grunzt. Oder deutsche Paare im Urlaub; aus den Staaten kommen sie mit zwanglos zugesteckten Visitenkarten wohlmeinender Scheidungsanwälte zurück.
Anfängerglück.

 

Sie rechnet dann kühl durch: Wozu brauch' ich ihn? Als Erzeuger der Brut? Ja. Als Gesprächspartner? Nein ("Was denkst du gerade, Liebling?" - "Nichts." Es ist immer die Wahrheit). Als Ernährer? Hoffentlich nicht. Zum Reparieren der Duschstange? Auch Handwerker sind oft gut gebaut.

 

"Vom Bild der einsamen Solo-Frau, die nichts Dringlicheres im Sinn hat, als einen Partner zu finden, bleibt bei genauerem Hinsehen wenig übrig", heisst es in der "Frankfurter Rundschau". " Natürlich gibt es Leerstellen, aber die gibt es auch in vielen Partnerschaften."

 

Vergesst die Männer. Auch wenn's manchmal hart ist. Der Chef nervt, der Arzt bittet nach der Krebsvorsorge um einen erneuten Besuch und das Klo ist verstopft. Jetzt eine breite Schulter zum Ausweinen. Aber selbst wenn er sie bereitstellt - brummt er nicht in neun von zehn Fällen: "Sag mal, Bier is alle?".


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© by Diana
Last Update 11.01.2001